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Die Gradierwerke im Salinental nehmen in der Woche vor Ostern ihren Betrieb wieder auf. Am Dienstag geht es los, bis Donnerstag rieselt dann im ganzen Salinental die wohltuende Sole.
Bereits am Dienstag wartet auch das Freiluft-Inhalatorium im Kurpark mit zwei Gradierwerken und einem Solezerstäuber wieder auf Gäste, die eine frische Salzbrise genießen möchten.

Erfrischende salzhaltige Luft ganz wie am Meer einatmen. Den wohltuenden Effekt für Atemwege, Bronchien und Haut genießen. Eine einzigartige Kulturlandschaft erleben. Ruhe und Erholung, während die Gesundheit im Vordergrund steht. Das alles ist das Salinental.
Das Salinental zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster bildet eine einzigartige und geschichtsträchtige Kulturlandschaft. Gradierwerke mit einer Gesamtlänge von 1,1 km, jedes Gradierwerk mit einer Höhe von 9 m, reihen sich aneinander. Diese gewaltigen Heckenwände, an denen Salzwasser herabrieselt (Sole) bilden Europas größtes Freiluftinhalatorium. Ein Spaziergang ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch ein Lehrpfad zur Geschichte der Salzgewinnung.
Hier, wo die Nahe sich durch ein beeindruckendes Bergmassiv windet, wurde bereits vor 400 Jahren Salz gewonnen. Im Nahetal gibt es zahlreiche Salzquellen. Die Sole hat einen Salzgehalt von etwa 1,5 %. Bis zur Entwicklung des Kalibergbaus lohnte sich die Salzgewinnung. Dabei galt es, den Salzgehalt in der Sole bis auf 26 % zu steigern. Die Gradierwerke bildeten dabei einen entscheidenden Zwischenschritt. Im 18. Jahrhundert erfand Freiherr von Beust das Verfahren der Salzgewinnung. Auf großen Gestellen mit Schwarzdornhecken rieselte die Sole herab. Durch die natürliche Verdunstung steigerte sich der Salzgehalt. Siebenmal wurde die Sole mit Wasserrädern heraufgepumpt und rann langsam hinab. Nach einer Woche konnte so ein Salzgehalt von 15 bis 20 Grad erreicht werden. Vom Gradierwerk kam die Sole dann in die Siederei, wo das Salz erzeugt wurde.
Heute kommt das salzhaltige Wasser aus einer 500 m tiefen Quelle im Salinental. Sie speist die Gradierwerke, das Freiluftinhalatorium im Kurpark mit dem Solezerstäuber und das Thermalbad sowie einige Reha-Kliniken.
Das Salinental war ein Gesamtensemble der Salzproduktion. Triebwerkgräben, Wasserräder, Gradierwerke, Siederei und Arbeiterhäuser wurden über 100 Jahre zur Salzgewinnung genutzt. All das wäre längst verschwunden, wenn nicht der Arzt Prieger 1817 die Heilkraft der Salzquellen entdeckt hätte. Seitdem wird die Sole für Kuren genutzt. Sowohl als Inhalationskur als auch als Badekur hat das Heilmittel Sole vor allem bei rheumatischen Erkrankungen, Asthma oder Hautkrankheiten seine Bedeutung behalten.
Das Salinental liegt zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg an der B 48. Man parkt am besten an der Karlshalle oder direkt an der B 48, wenn man die Nahebrücke (Salinenstraße) von Bad Kreuznach aus überquert hat.

Tourist-Information
im Haus das Gastes
Kurhausstraße 22–24
55543 Bad Kreuznach
Tel. 0671 83600-50
Fax 0671 83600-80
info@bad-kreuznach-tourist.de
Unsere Öffnungszeiten:
von April bis Oktober
Mo–Fr 9 bis 17 Uhr
Sa 9 bis 16 Uhr
So 11 bis 16 Uhr
November bis März
Mo-Fr: 9-16 Uhr
Die Gradierwerke werden meist von Ostern bis in den November hinein mit Sole berieselt. Wegen Frostgefahr müssen Gradierwerke und Solezerstäuber von November bis Ende März außer Betrieb genommen werden. Die genauen Zeitpunkt für die In- bzw. Außerbetriebnahme erfahren Sie bei der Tourist-Information.
Das Besuchergradierwerk Karlshalle an der Salinenbrücke (B 48) zwischen Ortsende Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein bietet von April bis Oktober jeweils am 2. und 4. Sonntag des Monats Gelegenheit, eine der mächtigen Anlagen von oben zu begehen. Ein kundiger Führer erläutert auf Wunsch alles Wissenswerte zur Salzgewinnung im Salinental und zur Heilnutzung der salzhaltigen Quellen.
Preise
Eintritt: 3,00 €
Kurkarteninhaber: 2,00 €
Kinder und Jugendliche sind frei.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Touristinformation.