Geschichte Bad Kreuznachs

Geschichte der Stadt

Bad Kreuznach kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Nachweislich siedelten hier bereits steinzeitliche Menschen, später folgten Kelten und Römer. Und schließlich war Bad Kreuznach auch einmal Teil Frankreichs und Preußens. Aber eines nach dem anderen.

Cruciniacum – so heißt die keltische Siedlung, die im 5. Jahrhundert v.Chr. am Naheufer gegründet wird. Zeugnisse des römischen Lebens, das rund 4 Jahrhunderte währt, sind heutzutage in der Römerhalle und mit den Überresten der Römervilla zu bestaunen. In die ersten drei Jahrhunderte nach der Zeitenwende fällt auch die Einführung des Weinbaus, der noch heute die Landschaft rund um Bad Kreuznach prägt. Mitte des ersten Jahrtausends übernehmen die Burgunder, später die Franken den römischen Siedlungskern. Um 1200 entstehen die beiden Stadtteile, verbunden durch eine steinerne Brücke, welche die Grafen von Sponheim errichten ließen. Die Kauzenburg thront seit 1206 über der Stadt. Die älteste erhaltene Stadtrechtsurkunde stammt aus dem Jahr 1290. In den folgenden Jahrhunderten wechseln die Herrschaften über die Stadt mehrmals. Große Zäsuren sind der 30-jährige Krieg und der Pfälzer Erbfolgekrieg im 17. Jahrhundert. Große Teile der Stadt, darunter die Kauzenburg, werden verheert. Anfang des 19. Jahrhunderts steht Bad Kreuznach unter französischer Herrschaft; nach dem Wiener Kongress 1815 bis 1945 gehört es zu Preußen. In der Nachkriegszeit wird Bad Kreuznach zu einem Symbol deutsch-französischer Freundschaft: 1958 legen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle den Grundstein hierfür – verewigt in einem Gedenkstein, der vor dem heutigen Domina Parkhotel, dem ehemaligen Kurhaus steht. 1984 war die Stadt wieder Stätte einer bedeutenden Begegnung, nämlich der von Bundeskanzler Helmut Kohl und Präsident François Mitterand.

Geschichte der Kur

Schon die Kelten und Römer schätzten die Vorzüge, die ihnen das Nahetal zu bieten hatte: ein mildes Klima, günstige Siedlungsbedingungen und auch die Heilkräfte der hiesigen Natur. Letztere verleihen Bad Kreuznach sein heutiges, unverwechselbares Gesicht. Die Basis für die Kur von heute sind die salzhaltigen Quellen der Stadt, die erstmals 1490 urkundlich erwähnt werden. Ab 1732 entstehen die Gradierwerke, mit denen Speisesalz gewonnen wird. 1817 führt Dr. Erhard Prieger Sole-Trink- und -Badekuren ein, nachdem er die gesundheitsfördernde Wirkung der Solequellen wieder entdeckt hatte. Bad Kreuznach entwickelt sich rasch zur internationalen Kur- und Badestadt. 1843 wird das erste Kurhaus in Betrieb genommen – der Beginn eines stetigen Aufschwungs der Kur in Bad Kreuznach. 1904 wird sie durch Dr. Karl Aschoff um die Radontherapie ergänzt, die heute vorwiegend im Rudolfstollen durchgeführt wird. In diesen Jahrzehnten entstehen auch die prachtvollen Bauten, die das Kurviertel unserer Tage so sehenswert machen.
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